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Denver 2009
Verwanzte Betten und lausige Steine
Denver war dieses Jahr ein ganz besonderes „Erlebnis“. Es begann mit dem Flug, der über 7 Stunden länger dauerte und ging gleich weiter mit der ersten Nacht in einem verwanzten Bett (Bed bugs). Ja , - das habe ich nirgendwo zuvor erlebt, weder in Afrika noch Asien. Das alles gibt es im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ in einem Motel 6 der Accor Gruppe.
Ziemlich übel zerstochen und „grundgereinigt“ habe ich dann die restliche Zeit wanzenfrei in einem anderen Zimmer verbracht, - allerdings nicht ohne jeden Abend mein Bett zu kontrollieren!
China, das Land, das in den letzten Jahren den Markt beflügelt hat fährt immer noch auf Sparflamme. Nicht wirklich neu, aber doch bemerkenswert sind die farbintensiven Plumbogummitstufen aus Dao Ping die von hellgrünen Pyromorphiten verziert wurden.
Neben weiteren recht teueren Fluorite aus Shan bao, die schon in St. Marie zu sehen waren , sind mir nur noch Stilbitgarben mit Chabasit von einem Pegmatit aufgefallen, deren Fundort in der Guandong Provinz liegen soll.
In Ermangelung guter neuer Funde wurde auch in China in die Werkzeugkiste gegriffen und für das beliebteste Mineral etwas geschnitzt.
Fluorit Schwimmer!
Hält man diese Stücke jedoch gegen das Licht, so fällt einem sofort eine Farbzonierung auf, die nichts mit Phantomen zu tun hat. Solch eine Bänderung ist ein Indiz für das herausarbeiten aus einem großeren massiven Fluoritstück das aus mehreren verschiedenfarbigen Lagen besteht.
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Nach meiner Rückkehr nach Deutschland habe ich dann noch von einer weiteren Variante erfahren . Aus braun-gelbem Fluorit geschnitzte kugelige Aggregate.
Gehen wir nun nach Namibia , auch bekannt für Montagen….
Ob der da wohl draufgehört? Damit mich keiner falsch versteht,- diese kleinen Pilzchen sind echt !! Nur hab ich bis jetzt noch keine zweifelsfreie Matrixstufe gesehen.
Was jetzt aber aus Namibia auf dem Weg zu uns ist sind Pilze bis zu 30 cm Höhe, auch aus gebändertem Fluorit!!!,. Das lässt doch stark zweifeln.
Doch Namibia hat in Denver wenigstens für ein Highlight gesorgt. Sehr farbenprächtige Aquamrin-Schörl-Feldspatstufen.
Der Kluftinhalt soll beim Öffnen vollständig am Boden gelegen haben. Das erklärt, daß es kaum unbeschädigte Stufen gibt. Aber die Qualität würde dafür entschädigen, wenn nicht trotz der Beschädigungen für Handstufen viele Tausender verlangt worden wären.
In Mexiko wurden weitere Wulfenite mit Mimetisit gefunden, jedoch scheint die Qualität der ersten Funde besser gewesen zu sein . Aus Charcas kommen interessante Calcite mit Goethit.
Ebenfalls in Charcas wurde vor einiger Zeit das sehr seltene Mineral Nifontovit gefunden. Bilder dazu später.
Als letzte Neuheit ist von sehr guten Andraditen zu berichten aus Madagaskar zu berichten. Eine nur mit dem Boot zu ereichende Skarnlagerstätte hat die bislang wohl besten Kristalle und Stufen gebracht.
Stufen mit Ikositetraedern über 1 cm in Schleifqualität die man schon als Topazolith bezeichnen kann . Noch größere Kristalle waren verzerrt und nicht idealtypisch ausgebildet.
Demantoid als Rhombendodekaeder in cm Größe !
Nach dem in Rumänien alle Gruben geschlossen wurden wird in Europa praktisch nur noch in Bulgarien in großem Stil Bergbau betrieben. Trotz der Masse nicht viel Klasse, - aber eben manchmal doch.
Neben den großen Galenitzwillingen der letzten Jahre macht nun die Kruchev Dol Mine mit hochglänzenden Galenitkristallgruppen von sich reden.
Würfel aus Spiegeln die von oben mit einer Schneehaube verziert würden.
Vom Kalahri Manganfeld wurde neue durchscheinende Ettringitte angeboten. Sehr gute Qualität! (Bilder folgen )
Natürlich haben auch Stücke aus Sammlungen neue Liebhaber gefunden. Besonders zu erwähnen waren die Stücke aus der Sammlung des verstorbenen Ernie Schlichter,- Handstücke nach europäischem Geschmack: Einiges von Blei Zink Gürtel in Missouri, Silber/Kupfer Stufen von Michigan uvm.
Neben vielen, natürlich tollen, Stücken der amerikanischen „Sammlerelite“ , die aber man aber auf fast jeder Ausstellung mal in dieser, mal in jener Vitrine sieht, ist mir nur ein Stück aufgefallen das mich begeistert hat .
Jürgen Tron
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